Geschichte

Chronik des Athletik-Sportverein Griesheim 1900 e.V.

  

Gründung 1900

Am 1. Februar 1900 Gründung eines Kraftsportvereines im “Nassauer Hof“ in der freien Gemeinde Griesheim. Der Name lautete “Athleten-Klub Griesheim am Main 1900“. Gründungsmitglieder waren Johann Bach, Edmund Hartmann, Andreas Bonnert, Johann Wagner, Ludwig Wiegand, Ernst Nikolaus und Willi Wächter. Der 1. Vereinsvorstand: 1. Vorsitzender Johann Bach, 2. Vorsitzender Edmund Hartmann und Schriftführer Ludwig Wiegand.

Schon im Sommer 1900 wurde in der Rosenau der 1. Wettkampf abgehalten. 1902 wurde auf dem Festplatz hinter der Griesheimer Wachstuchfabrik bei großer Anteilnahme der Bevölkerung die Vereinsfahne geweiht. In den darauf folgenden Jahren erkämpften sich die Griesheimer Sportler im Stemmen, Ringen, Akrobatik und mit der Rundgewichtsriege viele Erfolge. Wertvolle Preise, Pokale und Siegerurkunden füllten den Vereinsschrank.

1914 – 1928

Der Beginn des 1. Weltkrieges 1914 brachte einen Tiefstand im Vereinsleben. Fast alle Aktiven wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Viele Vereinsmitglieder mussten ihr Leben lassen. Nach Ende des Krieges 1918 normalisierte sich wieder das Leben in Griesheim. Die Jugend strömte in die Vereine. Der Athleten- Klub Greisheim hatte zu dieser Zeit über 200 Mitglieder.

1928 verlor die freie Gemeinde Griesheim ihre Eigenständigkeit. Griesheim wurde in die freie Handelsstadt Frankfurt am Main eingemeindet.

1933 – 1949

1933 brachte für viele Vereine eine Umstellung: die komplette Jugend wurde abgezogen. In dieser schlimmen, schweren Zeit führte der 1. Vorsitzende Otto Kühnberger mit viel Fingerspitzengefühl den Verein. 1939 kam es noch schlimmer für den Athleten-Klub-1900-Frankfurt am Main-Griesheim. Der gesamte Sportbetrieb kam zum Erliegen. Wieder wurden alle aktiven Sportler zum Kriegsdienst eingezogen und an die Front geschickt. Der 22. März 1944 war der schwärzeste Tag in der Vereinsgeschichte. Im Bombenhagel wurde das Vereinsheim ein Raub der Flammen. Das Haus “Zur neuen Anlage“ war nur noch Schutt und Asche. Das gesamte Vereinsvermögen, alle Urkunden und Unterlagen, Preise, Pokale und sämtliche Sportgeräte sowie die Vereinsfahne gingen in den Flammen verloren.

Nach dem Ende des Krieges begann man mit der Suche nach vermissten Sportkollegen. Unter den vielen, die ab 1939 ihr Leben ließen, war auch in den letzten Tagen des Krieges unser langjähriger 1. Vorsitzender Otto Kühnberger. Sämtlicher Sportbetrieb wurde untersagt.

Am 23. Juli 1949 erhielt der 1. Vorsitzende Emil Hofmann die Lizenz zur Ausübung der Sporttätigkeit im Verein. Der neue Vereinsname lautete: “Athletik-Sportverein 1900 e.V. Frankfurt am Main-Griesheim“. 1949 hatte der Verein seinen ersten deutschen Jugendmeister im Gewichtheben: Dankwart Roosen. Beim Empfang war ganz Griesheim auf den Beinen. 

1950 – 1970

Am 22. und 23. Juli 1950 feierte man in der Griesheimer Turnhalle das 50- jährige Vereinsjubiläum. 1950 und 1951 erkämpfte Leo Kolter zwei deutsche Altersmeisterschaften im Gewichtheben. Von den Chemischen Werken Griesheim pachtete man ein Grundstück in der Linkstraße. Viele fleißige Athletenhände schafften in den Abendstunden und am Wochenende mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und Griesheimer Unternehmern und Bürgern in Eigenregie die erste vereinseigene Vereinshalle in Frankfurt am Main. Am 5. November 1955 kam es zur Halleneinweihung. 1956 und 1957 konnte der zweimalige deutsche Jugendmeister im Gewichtheben Alfred Kühnberger Jun. in der eigenen Halle empfangen werden.

1960 gab es eine neue Vereinsführung. Neuer 1. Vorsitzender wurde Willi Maser. Der langjährige Vorsitzende Emil Hofmann wurde Ehrenvorsitzender.

1961 gewann die Griesheimer Gewichthebermannschaft zum zweiten Mal nach 1951 die Hessische Mannschaftsmeisterschaft. Griesheimer Gewichtheberidol Georg (Schorsch) Schipper gewann in diesem Jahr den Titel eines “Mister Germany“. 1962 wurde Peter Ziegler Deutscher Juniorenmeister im Gewichtheben. Die ASV Griesheim-Ringermannschaft kämpfte in all den Jahren in verschiedenen Ringerligen. Auf Bezirks- und Hessenebene war diese kampfstarke Mannschaft für alle Gegner ein schwerer Brocken. Auch im Rasenkraftsport sah man viele erfolgreiche Griesheimer Sportler. Georg Schipper war einer der besten.

Am 28. September 1965 verunglückte einer der besten Griesheimer Gewichtheber Herbert Schütz tödlich. Ihm zu Ehren veranstaltete der ASV Griesheim das “Herbert Schütz-Gedächtnisturnier“ im Gewichtheben.

1970 richtete der ASV sein 70- jähriges Vereinsjubiläum aus. Aus diesem Anlass wurde in der Griesheimer Turnhalle die deutsche Altersmeisterschaft im Gewichtheben ausgetragen. Georg Schipper und Willi Zingel wurden deutsche Meister. Zur Feier kam auch Ehrengast Rudolf Mang, Deutschlands jüngster Weltklasse-Gewichtheber. Er war voll des Lobes für die in Eigenregie geschaffene Vereinshalle in der Linkstraße 86-88.

1975 – 1995

Die 75-Jahr-Feier wurde in der Griesheimer Turnhalle abgehalten. Die Ringermannschaft gegen Nackeheim und die Hebermannschaft gegen die Gäste aus Innsbruck sorgten mit Siegen für die passende Stimmung. Der Auftritt der Griesheimer Rundgewichtsriege sorgte in der vollen Halle für den richtigen Rahmen.

1977 sorgten wieder die Gewichtheber mit neuem Hessenrekord in der Hessenliga für einen weiteren hessischen Mannschaftstitel. Die Stationen der Heber waren die Regionalliga und einmal die 2. Bundesliga. Nach dem Abgang einiger Spitzenheber wurde die Gewichtshebermannschaft zurückgezogen.

1984 gab der langjährige 1. Vorsitzende Willi Maser nach fast 25-jähriger Vorstandsarbeit seinen Rücktritt bekannt. 1985 übernahm Rudi Boullion seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzender.

Mit Peter Benesch wurde 1986 der Griesheimer Rhein-Main-Cup ins Leben gerufen. Dieses bundesweit ausgeschriebene Bankdrückturnier wurde mit den Jahren das größte Turnier im Bankdrücken in Deutschland. Teilnehmer aus ganz Europa und sogar aus Übersee kämpften im Griesheimer Bürgerhaus um die Pokale in den einzelnen Gewichtsklassen. Nach 10 Jahren erfolgreicher Ausrichtung wurde 1995 zum letzten Mal um Pokale gekämpft.

Nach dem Rückzug der Gewichtheber aus dem Wettkampf im olympischen Zweikampf begann man in Griesheim überaus erfolgreich mit dem Kraftdreikampf. Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben waren nun in Griesheim angesagt. Der Initiator des Rhein-Main-Cups, Peter Benesch, wurde im Bankdrücken 10 Mal hessischer Meister. Der spätere 2. Vorsitzende Michael Hellmanns wurde unter dem Namen Michael Haager von 1991 bis 1995 Deutscher Junioren-, Europa- und Vizeweltmeister im Kraftdreikampf und deutscher Meister bei den Aktiven. 1994 wurde man sogar in der ASV-Halle deutscher Junioren- Mannschaftsmeister.

1996 – 2010

2000 feierte der ASV-1900-Frankfurt am Main-Griesheim im Griesheimer Bürgerhaus sein 100-jähriges Vereinsjubiläum.

2003 verstarb überraschend der 1. Vorsitzende Rudi Boullion. In seiner 18- jährigen Tätigkeit als 1. Vorsitzender war der ASV-1900-Griesheim Ausrichter von vielen Turnieren. Der Höhepunkt waren die deutschen Senioren-Meisterschaften im Kraftdreikampf. Edgar Gschwendtner und Georg Schipper sorgten für Griesheimer Erfolge. 1989 wurde an drei Tagen die Europa- und Weltmeisterschaft der Senioren im Kraftdreikampf ausgerichtet. Ein eingespieltes Sportteam sorgte für einen reibungslosen Ablauf dieser gelungenen Veranstaltung. Der ASV Griesheim veranstaltet seit einigen Jahren zu Ehren der Griesheimer Ringerlegende, Ringertrainer und Mannschaftsführer Franz Vinson ein stark besuchtes Jugendturnier im Ringen.

2004 gab es wieder einen deutschen Meistertitel für den ASV-1900-Griesheim:

B-Jugendlicher Saba Bolaghi holte sich den Titel im Freistil in der 50 kg-Klasse.

2004 veranstaltet der ASV Griesheim zu Ehren seines verstorbenen 1.Vorsitzenden Rudi Boullion erstmals das “Rudi Boullion- Gedächtnisturnier“ für die Ringerjugend.

Unter der neuen Leitung des 1. Vorsitzenden Alex Prinz, ehemaliger erfolgreicher Schwergewichtsringer, und der Vorstandsmannschaft wird die gute Vereinsarbeit zum Wohle des ASV-1900-Frankfurt am Main-Griesheim weitergeführt.

Nach 6 Jahren Hessenliga schaffte die Ringermannschaft mit dem 1. Platz den Aufstieg in die Hessische Oberliga. Erstmals in der Vereinsgeschichte traten Griesheims Ringer in der hessischen Oberliga an und wurden auf Anhieb Dritter. Sie schafften es dabei, dem Tabellenführer als einzige Mannschaft eine Niederlage beizubringen!

Erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler

Alle Sportler aufzuzählen ist fast unmöglich. Stellvertretend für alle sind zwei herausragende Sportler zu nennen: Georg Schipper als erfolgreicher Gewichtheber, Rasenkraftsportler und Kraftdreikämpfer sowie Klaus Samer als mehrfacher Deutscher-, Europa- und Weltmeister der Senioren im Gewichtheben.

Seit nun über 100 Jahren wird in Griesheim gerungen. Aus einer überaus erfolgreichen Ringermannschaft ragten auch einige noch erfolgreichere Jugend- und Junioren-Ringer heraus. 1983 und 1984 wurde Miroslav ( Christoph ) Hulboj zwei Mal Deutscher Junioren-Meister im griechisch-römischen Stil in der Schwergewichtsklasse. Adrian Lepkowitz wurde 1988 Deutscher Jugendmeister im Freistil in der Halbschwergewichtsklasse. Überboten wurde diese Leistung noch vom Jugendschwergewichtler Michael Beinert: Zwei Mal Deutscher B-Jugend- und zwei Mal Deutscher A-Jugend-Meister.

Griesheims Ringerjugend war in den letzten 15 Jahren überragend auf Bezirks- und Hessenebene. Ein erstklassiges Trainer- und Jugendleiterteam ist für diesen Erfolg verantwortlich. Beim ASV Griesheim wird von Vorstandsseite und allen Ringerbetreuern verstärkt Wert auf gute Jugendarbeit gelegt.